Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Feiertag

U. a. mit den Beiträgen: Ist die Omi jetzt ein Engel? - Kinder-Vorstellungen vom Tod und einem Leben nach dem Leben +++ Kinder an die Macht - Wunschvorstellungen von Kindern für ein gutes Zusammenleben 1. Ist die Omi jetzt ein Engel? - Kinder-Vorstellungen vom Tod und einem Leben nach dem Leben Wenn Menschen auf einmal nicht mehr da sind: Der Tod eines nahen Angehörigen bewegt gerade auch die Kleinen. "Wo ist die Omi jetzt? Und was macht sie dort den ganzen Tag?", das sind nur einige der Fragen, die dann auftauchen und Eltern und Erziehende zum Teil ziemlich herausfordern können. Zugleich werden diese wiederum damit konfrontiert, sich selbst diesen Fragen nach Tod und Leben neu zu stellen - und mitunter von den Aussagen und Gedankenbildern der Kinder zu lernen. Andreas Mittendorfer hat sich bei Kindern und Erwachsenen umgehört. 2. Kinder an die Macht - Wunschvorstellungen von Kindern für ein gutes Zusammenleben Von "Armeen aus Gummibärchen" und "Panzern aus Marzipan" singt Herbert Grönemeyer und "es gibt Zahnlücken statt zu unterdrücken": "Gebt den Kindern das Kommando" fordert der erfolgreiche Texter und Sänger in einem seiner bekannten Lieder. Was würden sich Kinder wünschen, wäre "die Welt in Kinderhänden"? Ein friedliches Zusammenleben steht ganz oben auf der Liste und nach den Einschränkungen durch das Corona-Virus vermehrt auch der Wunsch nach Gesundheit. Das alles ziemlich unabhängig vom Alter der Kinder, von ihrer Religion oder Konfession und auch, wenn religiöse Wertvorstellungen vordergründig keine Rolle in ihrem Leben spielen. Und abgesehen von sehr persönlichen Wünschen ist es auch die Forderung nach mehr Umweltschutz, nach einem nachhaltigen Umgang mit dem Planeten, was die unterschiedlichen Kinderstimmen, die Maria Harmer stellvertretend für viele aufgenommen hat, eint.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Gewesen, nicht vergessen". Nicole Heesters liest Gedichte über Tod und Trauer. Lyrische Gedanken zu Allerheiligen: Vom Tod als Verwandlung bei Han-Shan, dem chinesischen Dichter aus der Tang-Zeit, über das frühe Ende als Glücksfall bei Joachim Ringelnatz, die irdische Engelhaftigkeit im Mutter-Requiem der Rose Ausländer bis zum Schmerz als Eigenschaft der Lebendigkeit bei Friedrich Rückert und der Frage was vom Menschen bleibt beim schlesischen Barockdichter Daniel von Czepko. Dazu Musik von Johann Sebastian Bach, Giuseppe Antonio Brescianello, Theodor Kirchner, E.T.A. Hoffmann, Wolfgang Amadeus Mozart, John Dowland, Joachim Goerke, Maurice Ravel, Frédéric Chopin und Alfonso Ferrabosco. Gestaltung: Edith Vukan und Renate Burtscher. Redaktion: Gudrun Hamböck

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

Die Zeit ist ein wertvolles Gut - die Schauspielerin Ursula Strauss über Umwege, Innehalten und die Gunst des Augenblicks zu nützen Schon im Alter von vier Jahren wollte die aus dem niederösterreichischen Pöchlarn stammende Ursula Strauss Schauspielerin werden, doch sie wählte erst einen Umweg und besuchte die Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik im niederösterreichischen Amstetten. Später absolvierte sie in Wien Schauspielschule am Volkstheater, war dort auch in verschiedenen Rollen zu sehen. Nach und nach folgten die ersten Filmrollen, 2003 spielte sie ihre erste Film-Hauptrolle in Böse Zellen von Barbara Albert. Für die Darstellung der Susanne in "Revanche" (Regie Götz Spielmann) wurde Ursula Strauss 2008 mit einem Spezialpreis des Grazer Filmfestivals Diagonale ausgezeichnet, es folgte mehrmals der Österreichische Filmpreis. Ursula Strauss, die durch ihre Verkörperung der Kommissarin Angelika Schnell in "Schnell ermittelt" auch Fernsehpopularität erlangte, gehört zu den am meisten beschäftigten Schauspielerinnen des Landes, hat gemeinsam mit Stefan Ruzowitzky die Präsidentschaft der Akademie des Österreichischen Films übernommen und ist seit 2012 die Kuratorin des Kulturfestivals "Wachau in Echtzeit". Sie lädt Künstler und Künstlerinnen dazu ein, sich neu zu erfahren, oder Bekanntes an ungewöhnlichen Plätzen mit Geschichte und Geschichten zu zeigen. Intime Räume als Spielorte lassen den Funken zwischen den Akteuren auf der Bühne und dem Publikum rasch überspringen und tragen wesentlich zum Kunsterlebnis bei. Denn in hektischen Zeiten zum Innehalten zu verführen, zum Nachdenken und Vertiefen ist ein besonderes Anliegen der Schauspielerin, die sich neben dem Filmen auch die Zeit für eigenen Projekte zu nehmen versucht. Mit dem Musiker-Duo Bartholomey-Bittmann etwa hat sie in den letzten Jahren die Programme "Marlene - die Diva im Frack" und "Alles Liebe" erarbeitet. Mit Ernst Molden ist sie auf der CD "Wüdnis" zu hören und für das diesjährige Festival "Wachau in Echtzeit" hat sie gemeinsam mit Sabine Mitterecker einen Abend erarbeitet, welcher die Schriftstellerin Marlen Haushofer würdigt, deren Geburtstag sich im Jahr 2020 zum 100. Mal und Todestag zum 50.Mal jährt. "Jenseits der Wand" heißt die Produktion, die am 28.November in der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt zu sehen sein wird. Diese Abende enthalten intensive Momente, welche die Schauspielerin schätzt, denn der Augenblick ist flüchtig und den sollte man nützen. Das meint Ursula Strauss, die privat auch eine leidenschaftliche Köchin ist und beim Zubereiten von Erdäpfelgulasch und Wildragout die beste Entschleunigung findet. Gestaltung: Ursula Burkert

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Reisemagazin zum Thema "Letzte Reise" Ein Ort für die Lebenden - Friedhofsgeschichten aus Reykjavík Marmor, Marx und makabre Momente - Auf dem Londoner Highgate-Friedhof liegt das viktorianische Zeitalter begraben Der Friedhof Morne-à-l'Eau - Allerheiligen auf der Karibik-Insel Guadeloupe Ein Ort für die Lebenden - Friedhofsgeschichten aus Reykjavík Recht zentral, in der Nähe des Stadtteichs und des Nationalmuseums, liegt auf einer Anhöhe der historische Friedhof von Reykjavík, Hólavallagardur. Sein ältestes Grab ist datiert mit dem Jahr 1838. Heute ist der Friedhof nicht nur ein Ort für die Toten, sondern, wie sein Chef-Gärtner Heimir Janusarson sagt, vor allem ein Ort für die Lebenden. Auf seinen ca. 3.000 Quadratmetern birgt er nicht nur kunstvolle Grabsteine aus Basalt mit dekorativen Bildern, sondern auch an die 200 Pflanzensorten und eine ungewöhnlich dichte Sammlung verschiedenartiger Bäume, importiert aus allen Erdteilen. So reichhaltig seine Fauna ist, so vielseitig sind die Geschichten, die der Gärtner Heimir Janusarson zu den einzelnen Gräbern und über die Aktivitäten, die der Friedhof für seine Stadtbewohner bereithält, erzählt. Gestaltung: Ursula Scheidle Marmor, Marx und makabre Momente - Auf dem Londoner Highgate-Friedhof liegt das viktorianische Zeitalter begraben Der Londoner Stadtteil Highgate gilt mit seinen ansehnlichen historischen Straßenzügen und Parks als eine der besten Wohnadressen der britischen Metropole. Und er verfügt über eine einzigartige Sehenswürdigkeit: Den Highgate-Friedhof. Viele Persönlichkeiten aus der viktorianischen Ära, als England auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, liegen hier begraben. Der berühmteste Tote stammt allerdings aus Deutschland: Karl Marx. Nach einer wechselvollen Geschichte präsentiert sich der Highgate Cemetery heute als eine Mischung aus stimmungsvoller Gedenkstätte, Wallfahrtsort und Naturoase mitten in der Stadt. Ein Ambiente-Spaziergang von Stefan Spath. Der Friedhof Morne-à-l'Eau - Allerheiligen auf der Karibik-Insel Guadeloupe 7.000 Kilometer westlich der Küsten des französischen Festlandes zwischen Karibik und Atlantischem Ozean liegt die Inselgruppe Guadeloupe inmitten der Kleinen Antillen. Durch einen Meeresarm "Riviere Salée" (Salziger Fluss) bilden Basse-Terre und Grande-Terre die Flügel eines 1.438 km² großen Schmetterlings. Grande-Terre liegt auf einem großen Kalksteinplateau mit kilometerlangen Stränden und Zuckerrohrplantagen. Im Herzen von Grande-Terre an der Kreuzung der Straßen nach Le Moule, Les Abymes und Anse-Betrand befindet sich der Ort Morne-à-l'Eau ein ganz außergewöhnlicher Friedhof. Wie ein Amphitheater schmiegt er sich an den Hang eines Hügels. Alle Gräber und Mausoleen sind mit schwarz-weißen Fliesen versehen. Dadurch ergibt sich eine spezielle einem Schachbrett ähnliche Optik. Jedes Jahr zu Allerheiligen werden die Gräber sorgfältig renoviert, gereinigt und mit Blumen geschmückt. Abends entzündet man tausende Kerzen, die weithin in die Nacht leuchten. Gestaltung: Ursula Burkert

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Internationales Brucknerfest Linz 2020 - Matinee

Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Stefan Soltész; Bachchor Salzburg; Jacquelyn Wagner, Sopran; Michael Volle, Bariton. Franz Liszt: Von der Wiege bis zum Grabe, Symphonische Dichtung Nr. 13 * Anton Bruckner: Adagio für Streichorchester, Arrangement des 3. Satzes aus dem Streichquintett F-Dur WAB 112 * Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45 (aufgenommen am 11. Oktober in der Stiftsbasilika St. Florian). Präsentation: Alice Ertlbauer-Camerer

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Internationales Brucknerfest Linz 2020 - Matinee

Bruckner Orchester Linz, Dirigent: Stefan Soltész (aufgenommen am 11. Oktober in der Stiftsbasilika St. Florian). Präsentation: Alice Ertlbauer-Camerer

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
Das Ö1 Küchenradio

Bis vor wenigen Tagen konnte man den Schauspieler Marcel Mohab in dem Film "Waren einmal Revoluzzer" in den heimischen Kinos sehen. Heute kocht der gebürtige Grazer für Ö1 ein vegetarisches "Curry à la Marcel". Außerdem bereitet der 41-Jährige, der in Paris auch einen Ausbildung zum Clown erhielt, einen gemischten Salat mit gebratenen Thunfischstreifen zu. Dazu kredenzt Marcel Mohab seine Lieblingsmusik. Der musikalische Bogen spannt sich dabei von Georg Friedrich Händel über Tango Argentino bis zu Kurt Cobain.

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

Es ist nicht so, dass ich Österreich nicht gern hätte. Der Musiker Andreas Flückiger alias Endo Anaconda Mit seiner Band Stiller Has brachte es Endo Anaconda in der Schweiz zu breiter Bekanntheit. Seit 30 Jahren tourt die Berner Mundart-Gruppe durch die Schweiz und das angrenzende deutschsprachige Ausland. Frontmann Endo Anaconda, bürgerlich Andreas Flückiger, textet und singt auf Bärndütsch und gelegentlich im österreichischen Deutsch. Aufgewachsen ist Flückiger, Jahrgang 1955, in der Schweiz und in Österreich. Seine Mutter stammte aus Kärnten, der Vater war Polizist, dieser starb früh. Andreas Flückiger musste mit 12 Jahren in ein Internat nach Kärnten, die Zeit dort prägte ihn. Seine Sommerferien verbrachte er weiterhin bei den Großeltern im Emmental im Kanton Bern. Andreas Flückiger lernte Siebdrucker in Wien und kam in den 1980er Jahren in die Schweiz zurück. 1989 gründete er mit dem Multiinstrumentalisten Balts Nill die Band Stiller Has, die bis heute mit wechselnden Besetzungen 12 Studioalben und 3 Livealben veröffentlicht hat. Ein Besuch bei Andreas Flückiger in seinem Bauernhaus im hintersten Emmental.

14.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Mit Michael Blees Arienrecitals aus dem Jahr 1970. Aufnahmen mit Beverly Sills, Huguette Tourangeau, Leontyne Price, Plácido Domingo, Sherrill Milnes, Wolfgang Anheisser, Hermann Prey u.a. Wie sich die Zeiten gewandelt haben: während heutzutage sorgsam im Studio produzierte Opern-Gesamtaufnahmen ebenso rar geworden sind wie Solo-Programme großer Sängerinnen und Sänger,herrschte vor 50 Jahren Hochbetrieb in den Aufnahmestudios der großen Plattenlabels. Eine Vielzahl bedeutender Gesamtaufnahmen entstand 1970 genauso wie eine große Zahl an Solo-Recitals: Plácido Domingo hat damals gemeinsam mit Sherrill Milnes Duette aus italienischen und französischen Opern aufgenommen, Leontyne Price widmete sich im Studio fünf Partien in Ausschnitten, die nur teilweise zu ihrem regulären Opernrepertoire gezählt haben, darunter Verdis Violetta in ?La Traviata? und Beethovens Leonore in ?Fidelio?, während die individuelle Mezzosopranistin Huguette Tourangeau gemeinsam mit Richard Bonynge Opern-Raritäten u.a. von Auber, Vaccai und Maillart aufgespürt hat. Die amerikanische Sopran-Diva Beverly Sills nahm 1970 Szenen von Wolfgang Amadeus Mozart und Richard Strauss auf, während ein geplantes Verdi-Recital wegen Krankheit der Sängerin unvollständig geblieben ist - kurioserweise konnte sich die Sills Jahre später nicht einmal daran erinnern, dass sie jene Verdi-Arien überhaupt je gesungen hat.

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Moderation: Nicole Dietrich In komplexen Verhältnissen Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik, Hanser Verlag Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt, Roman, Klett-Cotta Verlag Elena Messner: Nebelmaschine, Roman, Edition Atelier Nadeschda Mandelstam: Erinnerungen an das Jahrhundert der Wölfe, Die Andere Bibliothek (Übersetzung: Ursula Keller) Max Czollek: Gegenwartsbewältigung, Hanser Verlag Gespräch mit dem Autor

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Vom Nachleben der Improvisation 17 Jahre nach dem Tod der Jazz- und Bluesikone Nina Simone wurde von ihr ein Album publiziert, das uns dem Geist dieser Frau noch einmal nahe brachte. In anderen Fällen sind sie verzichtbar, jene posthum, also nach dem Tod eines Kunstschaffenden erschienen Alben. Oft sind es "Abstauberbootlegs", selten Vermächtnisse von Rang, noch seltener sind jene Alben, die in vollem Bewusstsein des nahenden Todes der Spieler produziert worden sind. In der Regel sind es zu Lebzeiten unveröffentlichte Konzertmitschnitte, Bootlegs, die nach dem Tod veröffentlicht werden. In dieser Spezialsendung - pardon! - "graben" wir nach der schönen Musik, die uns noch einmal die Kunst von verstorbenen Musiker/innen vor Augen führt. Mit Art Blakey, Miles Davis, Nina Simone, Thelonious Monk und anderen. Gestaltung: Helmut Jasbar

17.55 Uhr
Ö1 intro

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Leben unter Toten. Die letzte Ruhestätte als Lebensraum von Pflanzen, Tier und Mensch Es ist selten wirklich still zwischen Gräbern. Friedhöfe sind Erholungsraum für Spaziergänger, Arbeitsstätte für Totengräber und Friedhofsgärtner, Gedenkstätte für Angehörige - und Heimat einer faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt. Die dicht an dicht gereihten Grabsteine dienen Hasen, Mardern oder Dachsen als Sichtschutz. Mittlerweile hat auch die Unterhaltungskultur auf dem Totenacker Einzug gehalten: Open-Air-Konzerte, Lesungen und Führungen bei Nacht gehören etwa auf dem Wiener Zentralfriedhof zum Jahresprogramm. Die 250 Hektar große Parklandschaft in Wien-Simmering ist auch Touristenmagnet und zählt zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

Yes, she can. Gayle Tufts ist "Wieder da!" Gestaltung: Bernhard Fellinger Nichts kann die Deutsch-Amerikanische Superwoman aufhalten. Große Stimme, viel Gefühl und Frauenpower zeichnen Gayle Tufts aus. Um endlich wider das Geld für ihre Miete zu verdienen, ist sie ab Herbst wieder auf den deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Mit Wortwitz, Musik und amerikanischen Entertainerinnen-Qualitäten nimmt sie sich den bestimmenden Themen der Zeit an und sucht Wege aus der Krise. Ob Pandemie oder amerikanischen Außenpolitik, ob Demos oder Trump, Gayle Tufts zeigt Haltung. Sie singt die Lieder, die jetzt nicht mehr gesunden werden dürfen und verbringt die Zeit der Pandemie lieber in ihrer Wahlheimat Deutschland als in der Vereinigten Staaten. Denn in Berlin regiert eine Wissenschafterin und kein Reality TV Star.

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.33 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Markus Ohler Soft Kill Option im Wiener Funkhaus Nach dem Album-Debüt "Tubed" präsentiert das Wiener Trio Soft Kill Option den zweiten Tonträger. Stilistisch sind Baritonsaxofonist Markus Ohler, Kontrabassist Bernd Satzinger und der neue Schlagzeuger Raphael Giller (anstelle von Matthias Koch) weiterhin von Jazz und Rock sowie Noise und Improvisationsmusik geprägt. "Krachender Protest-Punk-Jazz" schreibt das Musikmagazin "Concerto" dazu, eine Zuschreibung, mit der der energetische Dreier viel anfangen kann. Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

"Ich trage ein Kleid aus Eis" Die niederländische Schriftstellerin Anna Enquist Feature von Burkhard Reinartz (Übernahme DLF 2020) Nach dem frühen Tod ihrer Tochter fragt Anna Enquist: Lassen sich solche Verluste bewältigen oder ist es besser, sie zu verdrängen? Zwischen Aufarbeitung und Betäubung erkundet die Schriftstellerin und Pianistin die Rettungsleinen der Seele. Können Romane, kann auch die Musik die schmerzhaften Verwerfungen des Lebens lindern? Enquists Geschichten zeigen, dass es keine verbindlichen Antworten auf diese Fragen gibt. Nicht zuletzt durch die Erfahrung als Psychoanalytikerin gelingt es ihr, das Taumeln ihrer Figuren zwischen Hilflosigkeit und Lebensmut realistisch und bewegend zu beschreiben. Für die ausgebildete Konzertpianistin ist Musik ein Schlüssel, um den Schmerz zu mildern. "Durch das Klavierspiel baute sie einen wackligen Steg, der es zumindest erlaubte, inmitten der Verwüstung umherzugehen und das lädierte Gebiet zu besichtigen", schreibt Enquist in dem Roman ,Kontrapunkt'. In dessen 32 Kapiteln verbindet sie Gedanken über die 32 Teile der Bachschen Goldberg-Variationen mit Erinnerungen an ihre Tochter bis zu deren Tod. Anna Enquist zählt zu den bedeutendsten niederländischen Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Burkhard Reinartz hat die Schriftstellerin in Amsterdam getroffen und mit ihr über die Spannung von Literatur, Musik und menschlicher Psyche gesprochen.

21.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Egberto Gismonti: "Solo" (1979) Um eine musikalische Reise zu beginnen, ist es wohl am besten, man hat jemanden an der Seite, der sich auskennt und führt, meint Musikjournalist Tyron Grillo, und Gismonti sei im Rahmen seines Albums "Solo" mehr als bereit, diese Rolle zu übernehmen. Er führt uns zu seinen eigenen Quellen: Einerseits zur Musik der Ureinwohner der Xingu-Region im Amazonas-Becken, die er sich dort aneignete. Andererseits zur modernen Klassik - Gismonti war einer der vielen berühmten Kompositionsschüler von Nadia Boulanger in Paris. Und drittens: zum Jazz. Gismonti spielt einige der vielen Instrumente, die er beherrscht, die er teilweise selbst kreiert hat - wie seine achtsaitige Gitarre: Für sie hat er neue Techniken entwickelt, die es ihm ermöglichen, Melodielinien und Kontrapunkt simultan zu spielen. Mit lyrischen Klavierfantasien rückt er auch mehrmals sein ureigenstes Instrument, das Klavier, in den Mittelpunkt. Zwei der Tänze, "Frevo" und "Ciranda Nordestina", stammen aus der nordöstlichen Region Pernambuco, benannt nach dem Holz, aus dem die Bögen für die Streichinstrumente gemacht sind. Heute, 42 Jahre nachdem Egberto Gismonti im November 1978 dieses Album in Oslo für ECM eingespielt hat, kann es nicht nur als ideale Hinführung zu seinem großem, vielfältigen Werk gehört werden, sondern auch als Stimme für den gefährdeten Regenwald und seine menschlichen und tierischen Bewohner. Eine Stimme, die die Verletzlichkeit und unwiederbringliche Schönheit dieser für die gesamte Welt so überlebenswichtigen Region vermittelt. Und es macht staunen, wie einer, der alles kann, jede demonstrative Attitüde vermissen lässt, salopp gesprochen: nicht alles zeigen muss - sondern sich vollkommen von seinen inneren Stimmen und Vorstellungen leiten lässt. Schon das einleitende "Selva amazonica" fungiert wie eine Pforte in seine Welt und stimmt ein, sich ab hier auf einer höheren, spirituellen Ebene mit ihm durch seine Musik zu bewegen. Gestaltung: Mirjam Jessa

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Stimme und Schlaf". Von Alexander Widner. Zum 80. Geburtstag des Kärntner Autors am 10. November. Gestaltung: Michaela Monschein Am 10. November feiert mit Alexander Widner ein Schriftsteller seinen 80. Geburtstag, der in seinem neuen Text Sätze schreibt wie "Was alles einem so im Kopf rumort an einem regnerischen Montagnachmittag." Das klingt fast harmlos, ist es aber nicht. Hier verhandelt ein sehr belesener und kritischer Denker den Zustand der Welt. Nichts ist vor ihm sicher, keine Eitelkeit, schon gar nicht die eigene, frei nach dem Motto "Schreib Dein Zeugs oder lass es bleiben". Alexander Widners Umgang mit dem eigenen Schreiben ist uneingeschränkt ehrlich: "Man schreibt nicht, um sich zu retten, sondern um dem Flickwerk, das man ist, ein wenig Festigkeit zu geben." Einzelne Sätze, längere Absätze, versammelt "Stimme und Schlaf" Literatur gewordene Gedanken, die wie im richtigen Leben hin und her springen und gesamt doch ein, wenn auch vielfach gebrochenes, Bild ergeben. Das Alter ist immer wieder in Thema, ein Zustand mit dem sich Alexander Widner nur schwer abfinden kann. "Bin noch ein lebendiges Wesen. Zumute ist mir nicht danach." Mit Formulierungen wie der Weisheit des Alters kann dieser Schriftsteller rein gar nichts anfangen. Viel lieber schimpft er, wenn ihm nach schimpfen zu Mute ist oder amüsiert sich über die Absurditäten des Lebens. Trotz all dem schreibt Alexander Widner weiter und das ist gut so: "So ein Schreibgeselle ist ein Notfall voller Zweifel, die ihn irgendwie weiter treiben." Alexander Widner 1940 in Wien geboren. In Kärnten und Niederösterreich aufgewachsen. Langjähriger Mitarbeiter der Kulturabteilung der Landeshauptstadt Klagenfurt. Lebt nach Aufenthalten in New York wieder in Klagenfurt. Veröffentlichungen (Auswahl): Stark wie ein Nagel (1996), Wozzek oder Das Leben liebt die Klinge (2006), NY 11235 (2007), Kreitzberg (2009), Gravesend (2011), Ashburns Knöpfe (2014), Postscriptum oder der exquisite Kadaver - Eine Clownerie dem Ende zu ( 2016) und Bloße Anwesenheit. Die Hefte 2016-2019 (2020). Auszeichnungen (Auswahl): Würdigungspreis des Landes Kärnten (1997), Preis des Landes Kärnten für sein Lebenswerk (2015). Gestaltung: Michaela Monschein

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

22.08 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

Die Klangwelten des Peter Jakober, Preisträger des 7. Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerbs Das Werk des österreichischen Komponisten Peter Jakober zeichnet eine unerhörte Virtuosität im Kombinieren von Strukturen und Klangschichten aus. Jakober ist aber auch ein aufmerksamer Hörer mit breitem stilistischem Interesse - was sich wiederum in den reich schattierten Klangdetails seiner eigenen Musik spiegelt. In "Zeit-Ton extended" entführt uns Jakober in seine Klangwelt und spielt uns seine Lieblingsplatten vor. Beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst feierte Jakobers Oper "Populus" seine Uraufführung. Ein Mitschnitt des Preisträgerwerks des 7. Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionswettbewerbs des Landes Steiermark ist am Montag, 2. November 2020 in "Zeit-Ton" zu hören. Gestaltung: Rainer Elstner

22.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Vents et voix de Provence von Arsenije Jovanovic Das Ö1 Kunstradio präsentiert das neueste Radiokunststück des aus Belgrad stammenden Künstlers und Regisseurs Arsenije Jovanovic. Arsenije Jovanovic verfügt über ein umfassendes Tonarchiv, das unter anderem Aufnahmen von Alltagsgegenständen wie Gläsern, Kuhglocken und Kühlschränken, Geräusche von Höhlen und Tunneln, aber auch Tier- und Kriegsgeräusche enthält. Er fügt ständig neues Material hinzu und erforscht sein eigenes Archiv. Es dient ihm immer wieder als Quelle für seine vielfältigen Hörspiele und Hörstücke.

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 3:00 Uhr Nachrichten